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torsten lamprecht
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Torsten Lamprecht, genannt „Lampe“, war ein 23-jähriger Punk aus Magdeburg. Er gehörte zur alternativen Szene der Stadt und feierte am Abend des 9. Mai 1992 in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau den Geburtstag eines Freundes. Dort wurde er Opfer eines Übergriffs durch etwa 60 Neonazis, die mit Baseballschlägern, Stahlrohren und Leuchtkugeln bewaffnet waren. Während des Übergriffs riefen die Angreifer Parolen wie „Heil Hitler“ und „Sieg Heil“.
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Torsten Lamprecht erlitt bei dem Übergriff schwere Kopfverletzungen, darunter einen offenen Schädelbasisbruch. Er erlag den Verletzungen zwei Tage später, am 11. Mai 1992, im Alter von 23 Jahren.
Die Polizei wurde während des Übergriffs alarmiert, griff jedoch erst gegen 23:45 Uhr ein, als die Angreifer bereits geflüchtet waren. Es gab Vorwürfe, dass die Polizei in der Nähe gewesen sei, jedoch nicht eingegriffen habe.Insgesamt wurden gegen mehr als 30 Personen ermittelt, und gegen 18 Anklage erhoben. Im Februar 1995 verurteilte das Landgericht Magdeburg einen 24-jährigen Wolfsburger wegen Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft. Wer Lamprecht getötet hat, konnte jedoch nicht ermittelt werden.
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Der Mord an Torsten Lamprecht war ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte rechter Gewalt in Ostdeutschland. Er steht stellvertretend für die zunehmende Gewaltbereitschaft rechtsextremer Gruppen in den frühen 1990er Jahren.
In Gedenken an Lamprecht wurde der Weg, an dem sich die Gaststätte „Elbterrassen“ befand, im Jahr 2013 in „Torsten-Lamprecht-Weg“ umbenannt. Unmittelbar unter dem Straßenschild beschreibt ein kleines Zusatzschild das Geschehene. Zudem finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt, um an Torsten Lamprecht zu erinnern.
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